11. Juli 2011

Erneut massive Preisssenkungen bei vielen Generika

Durch die Einführung des sogenannten dynamisierten differenzierten Selbstbehaltes ist eine weitere Preis-senkungsrunde ausgelöst worden.  Zahlreiche Generika, aber auch einige Originalprodukte wurden auf den 1. Juli im Preis gesenkt.  Zusammen mit dem auf den 1. Januar 2012 in Kraft tretenden grösseren Preisabstand zwischen Originalprodukten und Generika erhofft man sich totale Einsparungen von gegen CHF 100 Mio. zugunsten der sozialen Krankenversicherung!

Auslöser dafür ist die Tatsache, dass die Patienten neu 20% (statt der üblichen 10% Selbstbehalt zahlen müssen, wenn die Preise nicht unter einen neu berechneten Grenzwert gesenkt werden. Dieser  Grenzwert wird ermittelt, indem man den Mittelwert des preis-günstigsten Drittels der Präparate mit gleichem Wirkstoff berechnet und dann 20% dazuschlägt.

Die kürzlich veröffentlichten neuen Preise zeigen, dass die Generikaanbieter praktisch ausnahmslos Preise anbieten, die dem Patienten weiterhin eine nur 10%ige Kostenbeteiligung garantieren.  Bei etlichen Original-produkten hingegen wurden die Preise nicht gesenkt, so dass dort ein Selbstbehalt von 20% angewendet werden muss.

Eine Besonderheit stellt der sogenannte „Freikauf“ vom erhöhten Selbstbehalt dar. Wenn die Originalhersteller nach Patentablauf die Preise einmal auf Generikapreis-niveau senken, dann profitieren während 24 Monaten von einem garantierten 10% Selbstbehalt, auch wenn sie die oben beschriebene Bedingung nicht erfüllen. Diese Möglichkeit beseht nach jetziger Lesart des BAG für Generika nicht, was eine stossende rechtsungleiche Behandlung darstellt!

Die aktuelle Preissituation bei den Generika ist auf der Internetseite des BAG einsehbar:

» Aktuelle Generika Preise